Global denken – lokal handeln!

«Wege zur Ernährungsdemokratie» unter diesem Motto trafen sich rund 150 AktivistInnen zum zweiten deutschsprachigen Vernetzungskongress der Ernährungsräte vom 23. – 25. November 2018 im Dominikanerkloster in Frankfurt.

Auch VertreterInnen des neugegründeten Bieler Ernährungsrates waren dabei und profitierten von der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit in den Workshops und Impulsreferaten. Olivier de Schutter, Vorsitzender des Internationalen Expertengremiums für nachhaltige Lebensmittelsysteme (IPES-Food), appellierte in seiner Videobotschaft an die Wichtigkeit soziale, ökologische und wirtschaftliche Aspekte unter dem Dach der Ernährungsräte zu vereinen. Er freute sich darüber dass die Bewegung der Ernährungsräte nun auch im deutschsprachigen Raum Fuss fasst. Grussworte sendeten ebenfalls Priska Hinz, Ministerin u.a. für Umwelt, Klimaschutz und Landwirtschaft des Landes Hessen sowie Rosemarie Heilig, Dezernentin der Stadt Frankfurt am Main für Umwelt und Frauen und Schirmherrin des Ernährungsrates Frankfurt. So wurde deutlich, dass unser globales Anliegen, in den Ländern bis auf die konkrete lokale Ebene Fuss gefasst hat.

Von anderen Ernährungsräten lernen

Wie lebendig und engagiert die Bewegung ist, zeigte der rund zweistündige Erfahrungsaustausch unter den Aktiven aus rund 40 Initiativen: Erfolge, Schwierigkeiten, Impulse für eine Weiterentwicklung, die unterschiedlichen Ansätze zwischen Basisbewegung und Zusammenarbeit mit den Behörden, demokratischer Teilhabe und Repräsentation. Mutmachend der erfolgreiche Start des jungen Ernährungsrates in Frankfurt, ebenso das Referat von Lori Stahlbrand, Spezialistin für Ernährungspolitik von Toronto, die auf fast dreissigjährige Erfahrung des «Food Policy Councils» zurückblickt. Mit Erfolg engagiert sich die 9 Millionen-Metropole Toronto für ein gerechtes und demokratisches Ernährungssystem. Kenneth Højgaard, stellvertretender Direktor des Kopenhagener Food House, zeigte die Wichtigkeit der schulischen Verpflegung auf. Mit dem Projekt «EAT» und «Kitchen Lift» konnte wesentlich die Qualität der Mahlzeiten verbessert, lokal und nachhaltig ausgerichtet werden. Voll von guten Eindrücken, reisten wir zurück nach Biel und voller Tatendrang setzen wir uns hier für die Umsetzung ein.

Christoph Walther